Unternehmen

Damals, um 1900, als das Reisen noch nicht wie heute zu den Selbstverständlichkeiten des Lebens gehörte, als Pferd und Wagen noch das übliche Reisegefährt waren und die Pferdebahn als technischer Fortschritt gewertet wurde, kehrte nach erlebnisreichen Lehr- und Wanderjahren ERNST KLOCKMANN in seine Heimatstadt Hamburg zurück.

Unternehmer Klockmann

Und als ob er die große Zeit des Reisens vorausgeahnt hätte, wandte er sich dem Geschäftszweig zu, der die damals üblichen Reisebehälter lieferte, dem Korbwarengeschäft. Am 11. November 1902 machte er sich am Schulterblatt 59 in Hamburg selbständig. Im folgenden Jahr mietete er einen benachbarten Laden hinzu.
Bei der ständigen Suche nach dem Neuen, dem Fortschrittlichen und Besseren wundert es nicht, dass er sehr bald dazu überging, Lederwaren aufzunehmen und das in einer Zeit, in der von einer Lederindustrie im heutigen Sinne nicht die Rede war. Lederwaren wurden damals nur in Einzelanfertigungen von Sattlern hergestellt.

Lederwaren von Ernst Klockmann

 

Aber auch andere Dinge, die wir heute längst zu den Selbstverständlichkeiten zählen, gehen in ihrem Ursprung auf die Idee von Ernst Klockmann zurück. Ein Beispiel hierfür: Als er eines Tages vor der Stadtbäckerei in Hamburg am Gänsemarkt stand und sah, wie die Hausfrauen die eingekauften Backwaren umständlich in Tüten und Beutel verpackt mit sich nehmen mussten, kam ihm der Gedanke, einen kleinen Koffer für diese Zwecke zu schaffen. Sofort, nachdem er in seine Firma zurückgekehrt war, erteilte er einen großen Auftrag auf Koffer in den Maßen 27-45 cm. Dieses war die Geburtsstunde des damals in ganz Deutschland bekannten und beliebten "Stadtkoffers".

In der Folge entwickelte Klockmann sich zu einem der bekanntesten Unternehmen Hamburgs. Noch heute zeugt das unter Denkmalschutz stehende Klockmann-Haus am Hamburger Hauptbahnhof Ecke Kirchenallee / Steindamm von der Bedeutung dieses Unternehmens.
Im Jahr 2001 wurden allerdings auf Grund einer fehlenden Nachfolgeregelung vom Enkel des Gründers alle Geschäftsaktivitäten verkauft.
Nachfolger wurde die Dörling KG, die aus Klockmann nunmehr in der Neumann-Reichardt-Straße auf über 500 m² eines der größten Reparaturbetriebe Europas für Lederwaren und Reisegepäck aufbaute.
September 2005 schließlich wurde Klockmann an die Simat-Leins Beteiligungsgesellschaft verkauft. Klockmann ist wieder als Einzelhändler für Sie da!
Und produziert in Anbetracht über 100 jährigen Tradition seine in Handarbeit gefertigten Klockmann-Modelle. Zwar gibt es unseren berühmten Stadtkoffer noch nicht wieder, aber wir arbeiten daran!

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